Das „Brot für die Welt“-Team informiert:
Berlin/Stuttgart/Bonn, 10.09.2011
„Teller statt Tonne“ Verbände protestieren gegen Lebensmittelverschwendung
Zu groß, zu klein, zu dick oder mit Falten… selbst Gemüse muss heute den Schönheitsidealen entsprechen. Am vergangenen Samstag aber wurde auf die inneren Werte geschaut: dicke Zucchini, kleine Kartoffeln und andere, nicht den Normen entsprechende Nahrungsmittel waren die Stars einer gemeinsamen Tafel mit über 800 Gästen auf dem Berliner Dorothea-Schlegel-Platz am Reichstagsufer. Für ihre Aktion hatten „Brot für die Welt“, Evangelischer Entwicklungsdienst und Slow Food Deutschland tags zuvor bei Bauern der Umgebung aussortierte Kartoffeln und anderes saisonales Gemüse eingesammelt. Mit ihrer Sammel-, Koch- und Essaktion protestieren sie gegen die Verschwendung von Lebensmitteln.
Betrifft uns alle:
Seit letzter Woche läuft der Dokumentarfilm "Taste the Waste" in den Kinos. Darin zeigt Regisseur Valentin Thurn, wie gute Lebensmittel verschwendet werden: Käse, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht erreicht ist, verschwindet aus dem Supermarktregal. Jede zweite Kartoffel, die geerntet wird, verrottet auf dem Feld, weil sie die falsche Größe hat. Und in unseren Kühlschränken vergammelt überflüssiges Essen, weil wir mehr kaufen als wir wirklich (ver)brauchen.
Über 50 Prozent aller Lebensmittel in Europa landen auf dem Müll, in Deutschland allein 20 Millionen Tonnen pro Jahr! Vor dem Hintergrund der Hungersnot in Ostafrika bleibt dem Zuschauer der Bissen im Hals stecken. Zumal: Mit der Menge der jährlich weggeworfenen Lebensmittel in Nordamerika und Europa könnten alle Hungernden der Welt ernährt werden - nicht einmal, sondern dreimal!
Das ist umso bitterer, da sich in Somalia die Lage der Hungerflüchtlinge weiter verschärft. Es fehlt an Grundlegendem, Nahrung und Wasser. "Brot für die Welt" hilft mit seinen Partnern vor Ort, die Not zu lindern, bittet aber dringend weiter um Spenden - auch und gerade, um die Betroffenen durch Vorsorgemaßnahmen langfristig vor solchen dürrebedingten Hungersnöten zu schützen.
Und damit schließt sich der Kreis: "Taste the Waste" zeigt nämlich, dass die sinnlose Vernichtung von Lebensmitteln nicht nur ein ethisches Problem ist, sondern auch immens der Umwelt schadet, da beim Verrotten dieser Abfälle klimaschädliches Methan freigesetzt wird. Darum ist es an der Zeit, dass wir diesen Irrsinn stoppen - wir alle gemeinsam!


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